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Freiklettern

Podcast für Klettern, Kultur und Geschichte

FK010 Arne Grage

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Arne Grage

Zur zehnten Ausgabe geht es im Gespräch mit Arne Grage um Geschichte und Zukunft der Informationsquelle Nummer eins fürs Klettern: Den Kletterführer. Arne berichtet über die Arbeit am mittlerweile zweiten Kletterführer für das Weser-Leine-Bergland, an dem er beteiligt ist. Dabei geht es um die Motivation, ein solches Projekt zu starten, die konkreten Arbeitsschritte und eine Ticklist der besonderen Art. Neben einem Exkurs zum sensiblen Thema Felssperrungen werfen wir einen Blick in die Zukunft und diskutieren Routendatenbanken und Smartphone-Apps.

Aufnahmedatum: 24.01.13
Foto: Archiv Grage

Links:

(Komme mit den Links grade immer nicht hinterher – Ausführliches folgt.)

Comments

Moin Martin!

Wieder mal eine interessante Folge. Schön, dass Ihr auf den Entstehungsprozess etwas eingegangen seid.

Eine Anmerkung habe ich noch zum Thema Kletterführer-Apps, bzw. ganz allgemein zur Weiterentwicklung von Kletterführern. Ich glaube, dass in der Digitalisierung von Kletterführern ein nicht zu unterschätzender Aspekt liegt. Du hast es selbst angesprochen, dass man gerade als Neuling alle Informationen die sich über eine Route finden lassen nahezu verschlingt. Mit den graphischen Kletterführern heutzutage kann man ja nicht nur zur Route lesen, sondern auch sehen was einen erwartet. Man kann das Ganze jetzt etwas weiterdenken – Arne sprach ja an, dass Fotografie (die es einem ja erlaubt real zu sehen, was einen vor Ort erwartet) schwierig ist aufgrund einer perspektivischen Verzerrung. Mit den heutigen Möglichkeiten bietet sich aber eine Ausweichmöglichkeit, die nicht nur statische Bilder liefern kann, sondern sogar Bewegtbilder liefern könnte. Man stelle sich also einen Grafiker eines Verlages vor (wie von Arne ja mit dem Grafiker des Panico-Verlages beschrieben), der anstelle von unten zu zeichnen seine Drone auspackt und einzelne Routen an der Wand in einer gut erkennbaren Entfernung abfliegt und aufzeichnet. Hier hätte man dann ein Videodokument, dass einem nachvollziehbar den Weg am Fels darstellt. Mit etwas HTML5 könnte man einzelne Schlüsselstellen, ja sogar einzelne Griffe, bei Klick mit zusätzlichen Informationen beschreiben.

Oder man stelle sich eine Drone vor, die systematisch eine Wand abfliegt (rasterartig), sie somit in Bildern erfasst und diese werden anschließend zu einem sehr großen Bild zusammengefügt (wie man es von den Gigapixelbildern von Großstädten kennt), die dann mit Routeninformationen ausgestattet werden könnten und zoombar einen sehr sehr großen Informationsstand bieten könnten.

Das wäre zumindest für Anfänger ein Vorteil, denn man kann sich sehr genau auf die entsprechenden Touren vorbereiten. Ich bin gespannt was sich auf dem Gebiet noch tut, vor allem an Geräten die es einem erlauben alle Informationen auch vor Ort dabei zu haben.

Stephen Grage says:

Also ich kann mir nicht vorstellen. daß es in nächster Zukunft dazu kommt. Das liegt schon einfach daran, daß sich in diesem Augenblick eine wichtige Spielart des Kletterns, nämlich On-Sight-Klettern (Klettern ohne eigentliche Routeninformation, ausser wo verläuft die Route), damit erledigt hat. Zwar gibt es auch heute schon viele Videos von vor allem schweren Routen, aber ein Führer mit detailierten Griffabfolgen für alle Routen wäre eine neue Qualität.
Es kommt noch ein weiteres Problem hinzu: Panico hat nicht umsonst das App nur für Apple-Geräte entwickelt. Begründung war, das nur über I-Tunes eine Chance besteht überhaupt hier Umsatz zu machen. Die Gefahr, das solche Apps kopiert werden, ist immens groß und kann für kleine Verlage existenzbedrohend sein. Als Führerautor wird man garantiert nicht reich, aber umsonst arbeiten oder sogar draufzahlen, möchte wohl keiner.

Moin Stephen!

Also, das On-Sight-Klettern dürfte durchaus auch weiter bestehen – man müsste solche neuen Möglichkeiten ja nicht nutzen. Ich glaube aber, dass es durchaus eine Nutzerschaft gäbe, wenn auch, wie ich bereits sagte, vielleicht eher unter den Neulingen, oder vielleicht auch unter denen die eher ein höheres Sicherheitsbedürfnis haben.

Ich glaube aber auch, dass sich der App-Markt hier noch ein paar Male drehen müssen wird, damit sich herausstellt für wen das Angebot taugt und besonders für wen der (personelle, finanzielle und zeitliche) Aufwand für die Produktion solcher Anwendungen überhaupt lohnt. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass die Initiativen hier zunächst (wie so oft) von Menschen ausgehen, die einfach solche Dinge gern mal betreiben und kombinieren (also Klettern, Filme, Programmieren, etc.). Wir werden sehen – viele Projekte sind ja mit hohen “Initialkosten” entstanden, ohne dass gesichert war, dass sich der Aufwand überhaupt lohnt.

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